Digitale Medien in mehrsprachigen Klassen

Digitale  Medien in mehrsprachigen Klassen

Digitale Medien in mehrsprachigen Klassen

„Wo ein Wille, da ein Weg, um digitale Medien, am besten vernetzt mit Mehrsprachigkeit, auch im Schulalltag einzusetzen.“

(Ursula Mulley, leitet die Connected-Kids-Schulen mit Android-Tablets)

Der Einsatz von digitalen Medien in mehrsprachigen Klassen. Obwohl gegenwärtig bereits sehr viele Sechs- bis Siebenjährige ein eigenes Mobilgerät besitzen, bei der Altersgruppe der acht und neun Jahre alten SchülerInnen schon jede/r Dritte (KIM-Studie, 2012) werden diese Medien häufig aus dem Schulalltag ausgesperrt.

Mit Argumenten wie beispielsweise „Die Kinder verbringen ohnehin die gesamte Freizeit vor dem Computer“ und „Sie sollen zuerst einmal lernen, wie man Schuhe bindet“ wird eine Haltung einzementiert, die im Vorhinein negiert, dass mit digitalen Medien mit Mehrwert gearbeitet werden kann. Es geht beim Einsatz von Technologie nicht darum, Althergebrachtes und Bewährtes, wie beispielsweise die Handschrift, ersetzen zu wollen, also nicht um ein „Entweder-oder`, sondern um ein „Sowohl als auch`, angepasst an die jeweilige didaktische Planung.

63 Prozent der Volksschülerinnen nutzen das Internet, 40 Prozent davon bereits täglich. Das gesamte gesellschaftliche Leben wird durch digitale Medien und deren rasante Verbreitung einer enormen Veränderung unterworfen- eine vergleichbare Umwälzung wie durch die Erfindung des Buchdrucks von Guttenberg. An dieser Stelle soll angemerkt werden, dass auch damals vor exzessivem Lesen gewarnt und die Beschäftigung mit Büchern mit Branntweinsucht in Verbindung gebracht wurde, so wie später das Fernsehen als Problem gesehen und heute Spitzer digitale Medien verdammt, weil sie Kinder dement machen.

 

Ursula Mulley nennt in ihrem Beitrag

  • eine digitale „sprechende“ Anlauttabelle, wie beispielsweise das App „Zebra Schreibtabelle“ (iOS, AndroidLOGO Lesen und schreiben mit Zebraoder die Schreibmaschine vom Programm „Schreiblabor“ leisten. Kinder hören über Kopfhörer immer wieder den Laut zum passenden Buchstaben und können so selbstständig auch Wörter in ihrer Erstsprache schreiben.
  • Mit der Tastatur von Tablets oder in Schreibprogrammen ist auch das Schreiben von Buchstaben mit Hatscheks (Türkisch: Carons) möglich.
  • Wörter gesammeln (Beispiel: Android App-InNote, iPad-Book Creator). Auch für die, gerade sehr aktuelle, Arbeit mit Flüchtlingskindern, die ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, in unsere Klassen kommen, stehen unzählige Möglichkeiten bereit.
  • digicomp4bietet Beispiele, auf der Seite des ÖSZ werden unter anderem auch digitale LearningApps für einen sprachsensiblen Unterricht zur Verfügung gestellt.
  • Viele Tipps, Austausch, Beispiele und Leuchttürme den Einsatz betreffend finden sich auf der IT@VS-Homepage (KommunikationsDREHscheibe für LehrerInnen), in der Facebookgruppe IT@VS und unter ConnectedKids.

 

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Quelle: ZV-Perspektive 01/2016, S. 20, weitere Seite

 

„Connected Kids“, ein Projekt unter der Leitung von Dr. Paul Kral, ermöglicht einen Monat lang den Einsatz von Tablets in Klassenstärke. Expertlnnen kommen an die Schule und zeigen sinnvolle Einsatzszenarien. Im Anschluss daran war es bereits an einigen Projektschulen möglich, 4-5 Tablets über den Elternverein oder diverse Veranstaltungen anzukaufen.

Zum Nachlesen:

  • ConnectedKids. http://www.connected-kids.at/, Kontakt und Anmeldung : know@learnandlead.org.
  • (2003). EU-Aktionsplan Förderung des Sprachenlernens und der Sprachenvielfalt 2004-2006. URL. Accessed: 2014-05-05. 
  • IT &VS: Link 
  • Rauscher, H. (2015). URL. Accessed: 2015-10-24.
  • Spitzer, M. (2012). Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen. München: Droemer.

 

 

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